Carl Huter
Geboren am 09.10.1861 in Heinde
Gestorben am 04.12.1912 in Dresden
1868-1878 Erziehung zum Bauern
1878-1888 Ausbildung zum Kunstmaler, Studium Philosophie und Naturwissenschaft
1884 erster psychologischer Vortrag, daraus gestaltet sich die Physiognomik
1888-1898 Interesse an Heilwissenschaften durch eigene schwere Krankheit
1896 Gründung eines Sanatoriums in Detmold
1898-1908 Wissenschaftliche Studien
1908-1912 Gründung von drei Huter Instituten
Carl Huter griff die Erkenntisse der Physiognomik seiner Zeit auf und führte sie weiter durch sensible Beobachtung und wissenschaftliches Arbeiten. Er machte die Physiognomik zu einem lehr- und lernbaren System und prägte viele Begriffe dieser Lehre maßgeblich.
Geschichte der Physiognomik
Seit Menschengedenken befassen sich Denker, Dichter, Maler, Philosophen und Mediziner mit dem Menschsein. Seit jeher versuchen Gelehrte aus dem Äußeren des Menschen Rückschlüsse auf das Innere zu ziehen und seinen Charakter zu erkennen. Die Geschichte der Physiognomik zeigt dieses Bemühen auf eindrucksvolle Weise. Nachfolgend ein kleiner Auszug davon ...
Sokrates (470-300 v.Chr.) Ausdrucksformen im Antlitz
Aristoteles (384-322 v.Chr.) Wechselwirkung zwischen Körper und Seele
Galenos von Pergamon (129-201) Physiognomik als Aberglaube
Leonardo da Vinci (1452-1519) Ausgiebige Studien zur Physiognomik
Albert Dürrer (1471-1528) Proportionslehre in der Malerei
Johann Caspar Lavater (1741-1801) Physiognomische Fragmente
Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832) Förderung der Entwicklung Physiognomik
Carl Gustav Carus (1789-1869) Symbolik der menschlichen Gestalt
Wilma Castrian (1932-2020) Lehre der Psycho-Physiognomik nach Carl Huter
Prägung des Menschen
Prägung durch das Naturell: Grundveranlagung des Menschen
Prägung durch die Genetik: Genpool aus sieben Generationen
Prägung durch die Umwelt: Elternhaus, Beziehungen, Lebensumstände
"Wenn du dir das Unbewusste nicht bewusst machst, dann wird es dein Leben bestimmen und du wirst es Schicksal nennen." (Autor unbekannt)
Analyse des Menschen
Sehen (wie sieht der Mensch aus?)
Hören (wie redet / was erzählt der Mensch?)
Erleben (wie lebt / was erlebt der Mensch?)
"Das Sehen ist eine Kunst und sie muss erlernt werden wie jede andere Fertigkeit auch." (Rebecca Hirschwerk)
Wirkung des Menschen
Text folgt
Menschen interessieren sich für Menschen
Wer sich mit Menschen beschäftigt, der will sie auch verstehen. Und die Basis für einen erfolgreichen Umgang mit Menschen sind Menschenkenntnis und Menschenliebe. Das kann man mit Hilfe der Physiognomik erreichen, weil sie erklärt, wie der Mensch tickt.
Der Körper als Spiegel der Seele
Das äußere Erscheinungsbild des Menchen ist ein Spiegel von inneren Vorgängen. Die Seele kann sich durch den Körper ausdrücken und dadurch ihre Aufgaben im Leben erfüllen. Die Physiognomik kann den Körper lesen und somit als Botschaft der Seele verstehen.
Wechselwirkungen
Zwischen der äußeren Erscheinung des Menschen und dem inneren Erleben gibt es eine Wechselwirkung. Das Innere zeigt sich im Äußeren und das Äußere wirkt auf das Innere. Wechselwirkungen gibt es auch zwischen dem Menschen und seiner Umwelt. Die Persönlichkeit des Menschen gestaltet sich immer in Abhängigkeit von Erziehungseinflüssen, seinen Mitmenschen und der Lebenssituation. Alle Ebenen des Menschseins sind miteinander verbunden. Vorgänge in physischen, psychischen, mentalen und seelischen Bereichen beeinflussen sich gegenseitig. Die Physiognomik geht auf diese Zusammenhänge ein und erklärt die Auswirkungen.
Physiognomik ist vielfälltig
Die Physiognomik hat drei Hauptbereiche: Naturell-Lehre, Kopf- und Gesichtmerkmale und Kraftrichtungsordnung. Die Naturell-Lehre beschreibt das Grundwesen des Menschen, von den Kopf- und Gesichtsmerkmalen lassen sich individuelle Eigenschaften ableiten und die Kraftrichtungsordnung beschreibt Energien, die den Menschen antreiben. Die Physiognomik befasst sich außerdem mit den verschiedenen Ausdrucksarten des Menschen wie Gestik, Mimik, Körpersprache, Verhaltensmuster und die Art der Kommunikation.
Physiognomik beanwortet Fragen
Was treibt mich an im Leben?
Wie kann ich mein Gegenüber gut einschätzen?
Warum fühlt, denkt und handelt mein Partner anders als ich?
Wie kann ich mein Leben gestalten, um glücklich und gesund zu sein?
Wissenschaften
Die Physiognomik beruht auf der Grundlage von Natur- und Geisteswissenschaften. Sie ist mit vielen benachbarten Disziplinen verbunden wie Anatomie, Psychologie, Genetik, Phrenologie, Geschichte, Kunst, Philosophie, Behaviorismus, Ethik u. v. m.
Persönlichkeitsmodelle
Die Geschichte hat im Laufe der Zeit viele verschiedene Modelle hervorgebracht.
Naturell-Lehre (nach Carl Huter)
Primäre Naturelle, Sekundäre Naturelle, Polare Naturelle, Neutrales Naturell, Kopf- und Gesichtsmerkmale, Kraftrichtungsordnung
Grundtypen (nach Ernst Kretschmer)
Leptosom, Athletiker, Pykniker, Dysplastiker
Somatotypen (nach William Sheldon)
Endomorph, Ektomorph, Mesomorph
Temperamente (nach Rudolf Steiner, etc.)
Sanguiniker (fröhlich, leichtsinnig), Choleriker (aktiv, erregbar), Melancholiker (nachdenktlich, beherrscht), Phlegmatiker (passiv, zuverlässig)
DISG-Modell bzw. 4-Farben-Modell (nach Frank M. Scheelen)
Dominanter Typ (rot), Initiativer Typ (gelb), Stetiger Typ (grün), Gewissenhafter Typ (blau)
OCEAN-Modell bzw. 5-Faktoren-Modell (nach McCrae & Costa, etc.)
Openess (Offenheit), Conscientiousness (Gewissenhaftigkeit), Extraversion (Extrovertiertheit), Agreeableness (Verträglichkeit), Neuroticism (Labilität)